Barnevelder
- Ursprungsland
- Niederlande
- Eigewicht
- 65 Gramm
- Legeleistung
- 180 Eier / Jahr
- Gewicht Hahn
- 3,50 Kg
- Gewicht Henne
- 2,70 Kg
- Bruttrieb
- Flugfähigkeit
Barnevelder Hühner: Das niederländische Zufallshuhn – ein Multitalent in edlem Gewand.
Warum das so ist, und was es sonst noch über das Barnevelder-Huhn zu wissen gibt: Der folgende Beitrag klärt auf!
Legeleistung und Details zum Ei
Das Barnevelder Huhn ist ein mastfähiges Zweinutzungshuhn. Es legt im ersten Jahr (ganzjährig!) bis zu 180 dunkelbraune, hartschalige Eier mit einem Gewicht zwischen 60 und 70 Gramm (im Vergleich dazu wiegen die Eier der Zwerg-Barnevelder je 40 Gramm).
Sowohl Farbintensität als auch Legeleistung nehmen im Laufe der Zeit ab.
Haltung
Wer Gefallen daran hat, seinen Hühnern bei ihren Geschäftigkeiten über die Flügel zu schauen, ist mit dem Barnevelder gut dabei. Es steckt voller Energie und ist immer in Aktion. Langeweile und Tristesse finden in seinem Leben keinen Platz.
Und auch für Halter, die in ihrem Huhn nicht nur einen Eierlieferanten sehen, sondern einen persönlichen Bezug zum Tier entwickeln, ist das Barnevelder ideal. Es fasst schnell Vertrauen und wird sogar zahm.
Barnevelder kommen auch mit rassefremden Hühnern aus. Allerdings geben sie schnell klein bei, wenn ihnen diese überlegen sind. Konfliktfreudige Tiere eignen sich für die Gemeinschaftshaltung deshalb nicht.
Hühnerstall und Auslauf
Barnevelder bewegen sich gern. In einem Stall ohne Freilauf fühlen sie sich nicht besonders wohl. Sie bevorzugen stattdessen einen gut strukturierten Außenbereich mit scharrbarem Grund.
Barnevelder bewegen sich nur selten durch die Luft. Physikalisch wären sie aber imstande dazu. Die Umzäunung sollte dementsprechend nicht zu niedrig sein.
Herkunft
Die Holländer waren in der Geflügelzucht schon immer ganz weit vorn und haben auch an der Zucht des Barnevelders mitgewirkt.
Leider ist heute nicht mehr nachvollziehbar, wie der Kreuzungsprozess im Detail verlief. Es ist aber davon auszugehen, dass das Barnevelder-Huhn zufällig durch die Verpaarung holländischer Landhühner mit Tieren aus dem Import (Cochins, Bahmas, asiatische Langschans) entstand. Später wurden Orpingtons, Rhodeländer, Wyandotten, Marans und die Malaien-Kämpfer eingekreuzt. Dabei zählte vor allem eins: Möglichst große Eier mit intensiv brauner Färbung. Diese waren nämlich rar und zur damaligen Zeit äußert gut bezahlt.
Erst in den 1920ern wurde ein einheitliches Rasseziel bestimmt, welches auch optische Merkmale miteinbezog und die Zucht in geregelte Abläufe zwang.
Zu ebendieser Zeit gelangte das Huhn in unsere Breiten und wenig später in die ganze Welt.
Nachdem die Wirtschaft auf legestarke Hybridhühner umgestiegen war, schwand das Interesse an dem Barnevelder-Huhn, welches mittlerweile als gefährdet gilt (Rote Liste der gefährdeten Nutztierrassen Kategorie III).
Dabei gibt es den deutschen Sonderverein zur Erhaltung und Veredelung der Barnevelder und Zwerg-Barnevelder bereits seit mehr als hundert Jahren. Weil die Zucht, je nach Farbschlag, aber sehr herausfordernd ist, sind die Zahlen der verzeichneten Züchter insgesamt rückschrittig.
Die braun-schwarz-doppeltgesäumten Barnevelder sind unter den Großhühnern zwar am stärksten verbreitet, züchterisch jedoch sehr anspruchsvoll. Auch die schwarzen und blauen Großhühner gehen immer seltener in die nächste Generation. Bei der Zwergrasse sind es die kennfarbigen Hühner, deren Zucht nur sporadisch erfolgt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Barnevelder-Rasse überdurchschnittlich oft an der Marekschen-Lähme (Geflügelherpes), einer hochansteckenden Viruserkrankung, leidet, infolgedessen der Gesamtbestand notgeschlachtet werden muss (überlebende Hühner können Virenträger sein und müssen ihr Leben lassen, um den Virus nicht auf ihre gesunden Nachfolger zu übertragen). Der vorbeugende Impfschutz ist deshalb eine sinnvolle Investition.
Optik
Dass die Züchtung des Barnevelders von wirtschaftlicher Intention geleitet worden ist, sieht man dem Körperbau noch immer an. Die kräftige Statur (breite Rumpf- und Rückenpartie bei ausladenden Schultern) und der füllige Legebauch der Barnevelder Henne, zeugt von guter Nutzqualität.
Das attraktive Federkleid ist prächtig und voll.
Während die Henne ihre Schwanzgefieder aufgerichtet trägt, fällt das der Hähne geschwungen ab und ist vergleichsweise kurz.
Der Kopf ist mittelgroß und breit. Hähne tragen einen mehrfach gezackten Einfachkamm. Kamm, Kehl- und Ohrenlappen sind rot (bei der Henne weniger leuchtend als beim Hahn).
Der Schnabel ist kräftig und kurz. Je nach Farbschlag ist er gelb/dunkel eingefärbt und verläuft zur Spitze in einen hellhornigen Ton.
Die Läufe sind federfrei und dunkel oder rotgelb geschuppt, die Augen sind orange, rot oder braun.
Männchen erreichen ein stattliches Gewicht von ca. 3,5, die Weibchen von bis zu 2,75 Kilogramm. Zwerg-Barnevelder kommen auf 1.100 (Hahn) bzw. 900 Gramm (Henne).
Optisch lassen sich Hahn und Henne an den geschlechtstypischen Standardkriterien unterscheiden. Des Weiteren sind die Hennen kleiner als die Hähne und haben den typischen, vollen Legebauch.
Anerkannte Barnevelder Farbschläge
Heute sind für die Barnevelder folgende Farbschläge anerkannt:
- Braun-schwarzdoppeltgesäumt
- Braun-blaudoppeltgesäumt
- Silber-schwarzdoppeltgesäumt
- Dunkelbraun
- Schwarz
- Weiß
- Blau
Die Zwergvariante ist ähnlich aufgestellt. Auch sie ist in sieben Farben zugelassen, wobei der blaue Farbschlag für die Zwergrasse nicht anerkannt ist, der kennfarbige hingegen schon (dieser wiederum fehlt beim Groß-Huhn).