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Die rote Vogelmilbe – Was soll man tun?

Der Befall mit dem Ektoparasit verursacht gesundheitliche Beschwerden bei den Tieren

Die rote Vogelmilbe ( Dermanysuss galliane ) ist ein Ektoparasit, der den Geflügelbestand befällt. In ersterrote Vogelmilbe Linie leiden relativ viele Hühner bzw. Geflügeltiere in Legebetrieben unter einem derartigen Parasitenbefall. Demgegenüber ist der Erreger in Mastbetrieben nur in Ausnahmefällen anzutreffen. Dies ist auf die dortige hohe Anzahl der Reinigungsintervalle zurückzuführen, die nachhaltig lebensfeindlich auf die rote Vogelmilbe wirkt und den Lebensraum für den Parasit effektiv vernichtet. Grundsätzlich muss ein Befall der roten Vogelmilbe frühzeitig erkannt werden, um zeitnah geeignete Maßnahmen zur Vernichtung der Parasiten einleiten zu können. Hühner mit einem intakten Schnabel reagieren auf die Milben mit Nervosität, Federpicken und Kannibalismus. Legehennen, die mit dem Parasit besiedelt sind, produzieren weniger Eier. Zusätzlich ist die rote Vogelmilbe ein Träger von gesundheitsschädlichen Viren und Bakterien. Eine effiziente Milbenbehandlung ist daher unerlässlich, um mögliche gesundheitliche Risiken für die Tiere und Leistungseinbußen einzudämmen.

Die Milbenart besiedelt fortwährend in seiner Funktion als Ektoparasit Tauben, Hühner und Wassergeflügeltiere. Insbesondere Wildvögel weisen eine verhältnismäßig hohe Population des Erregers auf. Sobald die Außentemperaturen eine Spanne zwischen 20 und 25 ° C erreichen, findet in den Stallungen von Hühnern eine überproportionale Vermehrung der roten Vogelmilbe statt. Die Milben parasitieren global in nahezu allen langlebigen Geflügelbeständen.


Ausgeprägte Überlebensdauer auch ohne Nahrungsaufnahme möglich

Die Parasiten sind nachtaktive Blutsauger. Entsprechend attackieren sie potentielle Wirtstiere während der Nacht, um Blut zu saugen. Am Tag ziehen sich die Milben in Ritzen und kleine Spalten im Stall zurück. In diesen Arealen legt die rote Vogelmilbe ihre Eier ab und vermehrt sich. Unter optimalen Temperaturverhältnissen im Stall durchlaufen die Parasiten innerhalb von einer Woche das vollständige Entwicklungsstadium vom Ei zur ausgewachsenen roten Vogelmilbe. Ein adultes Milbenweibchen, das vollständig mit Hühnerblut vollgesogen ist, überlebt in Verbindung mit einer Umgebungstemperatur zwischen 10 und 15 ° C, im Schnitt 190 Tage. Die Überlebensdauer bei 20 bis 25 °C umfasst lediglich ein Zeitfenster von 6 bis 14 Tagen.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die rote Vogelmilbe ihre Fähigkeit zur Reproduktion und zum Blutsaugen bis zu 5 Monate ohne Nahrungsaufnahme aufrechterhält, sofern die Außentemperaturen bei mindestens 5 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 90 % liegen. So bieten leerstehende Stallungen im Winter keine Garantie für eine Zone ohne rote Vogelmilbe.


Menschliches Blut als Nahrungsquelle

Stichstellen an Menschen werden durch stark juckende Hautareale erkennbar. Menschliches Blut dientHühnerparasiten Milben ebenso als Ernährungsquelle. Allerdings können sie sich nach der Aufnahme des menschlichen Blutes nicht vermehren. Prinzipiell befinden sich die Ektoparasiten mit einem Abstand von 80 cm überall dort, wo sich Wirtstiere nachts aufhalten. Die Sitzstangen sind deshalb intensiv zu behandeln bzw. einer umfassenden Reinigung zu unterziehen.


Verstecke der nachtaktiven Parasiten

Im Zuge des Tages ist die rote Vogelmilbe nicht auf den Körpern der Hühner aufzufinden. Während dieser Periode verstecken sich die Parasiten konzentriert in direkter Nähe zu den Schlafstätten ihrer Wirte. Deshalb ist die rote Vogelmilbe tagsüber überwiegend im Inneren der hohlen Rohre der Sitzstangen, in den einzelnen Steckverbindungen der Inneneinrichtung sowie den Klappscharnieren der jeweiligen Abrollnester vorzufinden. Zudem verweilen die Milben häufig in den Ecken, die an den Unterseiten der Kunststoffroste angebracht sind.


Hinweise für einen Befall der Population mit den Parasiten

Charakteristische Merkmale, die auf einen massiven Befall der Hühnerpopulation hindeuten, sind eine dauerhafte Beunruhigung der Herde und die Blutarmut einzelner Hühner. Eine auffällig blasse Färbung des Eidotters und Blutspritzer auf den Eierschalen sind zusätzliche Indikatoren für einen Befall der rotenEktoparasiten Vogelmilbe. Jungtiere und geschwächte Hühner reagieren auf den Ektoparasit mit einem signifikanten Leistungsabfall. In ausgeprägten Fällen mündet das Krankheitsbild in den Tod der Hühner.

Aufgrund dessen müssen Halter von Geflügel die situativen Reaktionen ihres Bestandes durchgängig beobachten. Wirken die Hühner zunehmend unruhig und nervös, ist dies als Warnhinweis auf einen Befall der Tier durch die rote Vogelmilbe einzuordnen. Verlegen Hennen häufig ihre Eier außerhalb der Nester, kann dies ebenfalls auf den Parasit hindeuten. In einer Übersprunghandlung verlassen legende Hühner ihre Nester, um der roten Vogelmilbe zu entgehen.

Trotz einer Vernichtung der Parasiten mit Hilfe von geeigneten Bekämpfungsmitteln und einer anschließenden Reinigung der Stallungen, treten im Nachgang oft relativ zeitnah erneut Milben auf. Ursache hierfür kann die Verschleppung der Milben und deren Eier sein, die durch das Personal und Lüftungsvorgänge begünstigt weren. Demnach können die rote Vogelmilbe und deren Eier durch die Verlagerung von Utensilien wie etwa Kabeltrommeln und Radios verteilt werden. Zusätzlich forcieren Ortswechsel des Personals die Verschleppung der Milben von einem Stall in den anderen.


Synthetische Insektizide für eine langfristig orientierte Vernichtung der Milben

Zur Vernichtung der Milben dürfen Geflügelhalter ausschließlich zugelassene Antiparasitika verwenden. Zahlreiche Mittel zur Bekämpfung des Parasiten sind wegen ihrer Formulierung, die Rückstände im Ei fördern, verboten. Gleichzeitig erweisen sich viele der verfügbaren synthetischen Insektizide als wirkungslos im Kampf gegen die rote Vogelmilbe, da die Parasiten Resistenzen gegen die Stoffe ausgebildet haben. Außerdem rufen vielzählige Inhaltsstoffe der Ektoparasitika allergische Reaktionen bei Menschen hervor.

Aktuell können Geflügelhalter legal wirksame synthetische Insektizide von Fachtierärzten beziehen. Zudem sind die Produkte gegen die rote Vogelmilbe im Fachhandel freiverkäuflich zu erwerben. Für eine langfristige Bekämpfung der Milben sind in der Regel zwei bis drei Eingriffe erforderlich. Die rote Vogelmilbe muss mehrmals bekämpft werden. Zwischen den einzelnen Eingriffen sollte jeweils ein zeitlicher Abstand von 7 Tagen liegen. Da die rote Vogelmilbe bei bestimmten Bedingungen ihr komplettes Entwicklungsstadium innerhalb von einer Woche durchläuft, ist dieses Vorgehen empfehlenswert. Die gründliche Milbenbekämpfung umfasst im Idealfall mehrere unterschiedliche Substanzen, um einer Resistenzbildung der Parasiten vorzubeugen.

Freiverkäufliche Biozide sind grundsätzlich nicht zur unmittelbaren Anwendung am Huhn bestimmt. Eine sachgemäße Handhabung der Mittel im Kampf gegen die rote Vogelmilbe ist unerlässlich, um die Gesundheit der Hühner zu wahren. Häufig wird eine erste Behandlung in den Nachmittagsstunden durchgeführt. Während dieser Phase ist die tägliche Legeperiode der Hennen in der Regel abgeschlossen. Chemische Mittel gegen die rote Vogelmilbe setzen sich vorwiegend aus einem Anteil von Pyrethroiden und zusätzlichen chemischen Substanzen zusammen. Laut Experten ist auf dem Markt derzeit mit dem Produkt “ Elector“ ein relativ neuartiges Mittel gegen die rote Vogelmilbe verfügbar. Das innovative Präparat enthält den Wirkstoff “ Spinosad“. Dieser zeichnet sich durch seine nachhaltige Wirkungskraft und seine unkomplizierte Anwendung aus. Eine Wartezeit für die Nutzung erfordert das Mittel nicht. Aufgrund des innovativen Inhaltsstoffes hat die rote Vogelmilbe zudem noch keine Resistenzen gegenüber dem Wirkstoff entwickelt.


Vernichtung der Milben durch Hitze

Alternativ dazu kann die rote Vogelmilbe unterstützt durch Hitzeeinwirkung bekämpft werden. Demnach besitzen aus physikalischer Sicht Heißluftpistolen, Flammenwerfer sowie Temperaturen von über + 60 ° C das Potential die rote Vogelmilbe anhaltend abzutöten. Sitzstangen auf Basis von Zollrohren sollten deshalb primär thermisch behandelt werden.


Biologische Strategien zur Bekämpfung

Zusätzlich sind biologische Bekämpfungsstrategien wirksam gegen die rote Vogelmilbe. Zu diesem Zweck können Geflügelhalter amorphe Silkatstäube ( Kieselsäure ) einsetzen. Diese vernichten über ihre Inhaltsstoffe zuverlässige kriechende Insekten sowie Spinnentiere. Die Silkatpartikel entfalten eine stark schmirgelnde und adsorbierende Wirkung. Aufgrund dessen lösen die Wirkstoffe der Kieselsäure effizient Milben bekämpfendie verdunstungshemmende Oberflächenmembran der Parasiten auf. Zusätzlich dringen die Partikel in die Gelenkspalten der jeweiligen Insekten und Spinnentiere und forcieren in diesen Regionen Verletzungen. In Folge dessen tritt konzentriert Körperflüssigkeit aus. Im Nachgang sterben die Schädlinge aufgrund der konstanten Austrocknung. Kieselsäure enthält den Wirkstoff Siliziumdioxid, der mit keinen gesundheitlichen Risiken für Menschen und Tiere behaftet ist. Die Silkatstäube werden in der Lunge komplett resorbiert. Mit Hilfe von Kieselsäure kann sowohl die rote Vogelmilbe als auch Flöhe, Tierläuse, Kakerlaken und Getreideschimmelkäfer vernichtet werden.

Die Wirksamkeit der Silkatprodukte ist direkt an deren Partikelgrößenverteilung, die Dichte, den PH- Wert und den Gehalt an Siliziumdioxid gekoppelt. Deshalb sind auf dem Markt Kieselsäure – Produkte zur Bekämpfung der Parasiten mit unterschiedlicher Wirkungskraft erhältlich.

In kleinflächigen Arealen der Stallungen kann der Staub über kleine Pump – und Balggeräte verteilt werden. Per Handbetrieb sind sie benutzerfreundlich konzipiert. Großflächig können Stallungen mit kompressorbetriebenen Stäubepistolen behandelt werden. Im Kampf gegen die rote Vogelmilbe gilt derzeit Silkatstaub in flüssiger Form als effektivstes biologisches Mittel. Diese Flüssigkeit wird in einen unbelegten Stall im Anschluss an dessen Reinigung und Desinfektion eingebracht. Diese Methode ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Die rote Vogelmilbe kann durch dieses Verfahren allerdings nachhaltig abgetötet werden.

Öle und Staubbäder

Alternativ töten Rapsöle die rote Vogelmilbe. Deshalb ist das Öl auf sämtliche vermeintliche Versteckmöglichkeiten der Parasiten aufzubringen. Das Öl kann optional auf die jeweiligen Flächen aufgesprüht oder aufgestrichen werden. Außerdem erweist sich eine Mixtur aus Spiritus, Flüssigseife und einem Liter Wasser als probates Mittel gegen die rote Vogelmilbe.

Geflügelhalter können in das Futter der Tiere Knoblauchöl mischen, um die rote Vogelmilbe auf Abstand zu halten. Ergänzend kann Knoblauchöl als biologisches Insektizid verwendet werden.

Aktuell vermarkten einige Firmen ein Staubbad für Hühner, das als wirksame Inhaltsstoffe Siliziumoxid, Magnesium- und Calciumhydrogencarbonat enthält. Für das Staubbad ist den Hühnern ein “ Sandkasten“ zur Verfügung zu stellen. In diese Fläche wird das Gemisch eingefüllt. Die Substanz in dem abgrenzten Bereich ist regelmäßig zu erneuern. Grundsätzlich ist die benötigte Menge des Substrates von der Anzahl der Tiere abhängig. Pro Huhn sind demnach pro Jahr 0,5 bis 1 kg der Substanz je Tier erforderlich. Das Gesteinsmehl dezimiert zuverlässig die rote Vogelmilbe und beugt einem eventuellen Befall mit den Parasiten präventiv entgegen. Im Sommer müssen Hühnerhalter verhältnismäßig größere Mengen des Substrates für das Staubbad einplanen. Die Gesteinsmehle sind im Fachhandel erhältlich.