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Gefahr im Hühnerstall – Die Mareksche Krankheit

Die Mareksche Krankheit wird auch als Geflügelherpes oder Mareksche Lähmung bezeichnet. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Erkrankung bei Hühnern, hin und wieder auch anderen Hühnervögeln, die in den meisten Fällen tödlich endet. Der ungarische Tierarzt Josef Marek ist der Namensgeber der Krankheit. Die Mareksche Krankheit wird durch einen Herpesvirus verursacht, der ähnlich dem bei Menschen auftretenden Epstein-Barr-Virus ist.

Mareksche Krankheit

Die Mareksche Krankheit befällt Küken und Jungtiere. Tiere, die bereits über fünf Monate alt sind, werden seltener mit der Krankheit infiziert. Die Mareksche Krankheit ist hoch ansteckend. Einmal bei Hühnern ausgebrochen verbreitet sich die Krankheit recht schnell. Im Resultat ist es meist unabwendbar, den gesamten Bestand zu eliminieren. Erkranken Hühner an der Krankheit, kommt es, abhängig vom auftretenden Virustyp, zu zeitweisen Lähmungen des Ischiasnerves, zu Tumorbildungen und endet meistens mit dem Tod. Die Herpesviren legen sich an die Nervenbahnen an und entwickeln sich entlang dieser. Es treten Schwellungen und knotige Verdickungen auf, die die Lähmungserscheinungen verursachen. Die Erreger bleiben über extrem lange Zeit (bis zu einem Jahr) erhalten. Aus diesem Grunde ist ein umsichtiges Handeln geboten. Selbst, wenn man alle infizierten Hühner aus dem Bestand nimmt, ist nicht gewährleistet, dass der Erreger verschwunden ist.


Verbreitung der Marekschen Krankheit

Häufig findet er sich noch auf dem Boden, an Federn, an den Eiern, an Hautabschliferungen, in Futtermitteln, ebenso im Einstreu oder auch im Kot. Somit ist es möglich, dass sich weiterhin Hühner mit der Krankheit infizieren. Auch Getreidekäfer, Vogelmilben und Flöhe können zur Verbreitung des Virus beitragen. Auch, wenn das Gehege und der Stall extrem gründlich gereinigt wurden, kann nicht davon ausgegangen werden, dass damit der Erreger beseitigt wurde. Selbst über die Luftwege wird die Mareksche Krankheit übertragen. Der Virus wird durch infizierte Tiere nach längstens sieben Tagen nach einer Infektion über den Speichel, den Kot und auch über die Federn lebenslänglich ausgeschieden. Ist auch nur ein einziges Tier mit der Krankheit infiziert, braucht es nur eine geringe Anzahl Wochen, bis letztendlich alle anderen Tiere auch von der Krankheit betroffen sind.

Ist das Immunsystem der Tiere bereits angegriffen, z.B. durch Stress, wird ein Ausbruch der Krankheit zusätzlich begünstigt. Der Bestand der Hühner ist im Anschluss an die Mareksche Krankheit oftmals wesentlich anfälliger für Begleit- oder Folgeerkrankungen. Die Mareksche Krankheit lässt sich in allen Teilen der Welt, wo Hühner oder Hühnertiere gezüchtet werden, feststellen. Nach dem Deutschen Tierseuchengesetz ist die Mareksche Krankheit meldepflichtig.


Erscheinungsformen und Diagnose der Marekschen Krankheit

Marek KrankheitDie Mareksche Krankheit zeigt sich, unabhängig vom Zeitraum der Infektion, bei jungen Tieren innerhalb der ersten drei Lebenswochen bis zum siebten Lebensmonat. Die auftretenden Symptome sind häufig äußerst extrem. Sind die Tiere beim Ausbruch der Krankheit noch sehr jung, führt dies in der Regel zu großen Verlusten des Geflügelbestandes. Bricht die Mareksche Krankheit erst bei älteren Tieren aus, kann es sein, dass diese komplett symptomfrei sind. Allerdings fungieren sie dann als Überträger für die Mareksche Krankheit. Je nach Virustyp zeigt sich die Mareksche Krankheit in unterschiedlichsten Erscheinungsformen. Freilich ist es grundsätzlich ratsam auf die für die Mareksche Krankheit typischen Hautveränderungen zu achten. Die Viren suchen sich als Wirtszellen bevorzugt Federfollikel und Hautzellen aus. Dadurch kommt es des Öfteren zu Verdickungen und knotigen Stellen.


Klassische Form – Nervenlähmung der Gliedmaßen

In den meisten Fällen tritt die Mareksche Krankheit zwischen dem zweiten und fünften Lebensmonat des Hühnertieres auf. Tritt die Mareksche Krankheit in der klassischen Form auf, manifestiert sie sich in einer Verdickung des Ischiasnerves. In Folge dessen kann sich diese Form in einem kleinen Hinken zeigen. Ebenfalls kann es zu einem Hinterherschleifen eines Beines kommen. Nicht selten ist eines der Beine abgespreizt und gelähmt, die Bewegungen des Tieres sind vollkommen unkoordiniert und die Füße zeigen eine komplette Fehlstellung auf. Es ist jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Lähmung auf andere Organe erstreckt.

Weitere typische Symptome für die Mareksche Krankheit sind in diesem Stadium Krampfanfälle und ebenso Veränderungen der Pupillen der Tiere. Schreitet die Mareksche Krankheit voran, lassen sich an den Flügeln und Beinen des erkrankten Tieres deutlich geschwulstartige, knotenförmige Veränderungen ertasten. Auch beginnt bei den Tieren in diesem Stadium das Gefieder auszugehen. Bei dieser symptomatisch deutlichen Form ist die Sterblichkeitsrate relativ gering. Sie liegt bei ungefähr 10 Prozent.


Akute Form – Bildung von Tumoren

Diese Form befällt Tiere, die bis zu acht Wochen alt sind. Bei der akuten Form der Krankheit bilden sich bei den Hühnertieren massive Tumore. In diesem Stadium ist es ausgesprochen schwer die Mareksche Krankheit zu diagnostizieren. Lediglich eine Veränderung der Haut, sie wird unter Umständen rauer und fahler, kann ein sichtbares Symptom der Erkrankung sein. Genauso kann es jedoch auch geschehen, dass keinerlei Hautveränderungen dem Tod vorausgehen. Dies und die lange Inkubationszeit machen es dem Halter oft schwer zu erkennen, was zum Tode des Tieres geführt hat. Die Ansteckung ist enorm, bis zu Dreiviertel der Herde infizieren sich in der Regel. Die akute Form endet in den meisten Fällen mit dem Tode. Diagnostiziert kann man die Mareksche Krankheit erst, wenn genügend Tiere verstorben sind. Erst dann lassen sich mittels einer Sektion krebsartige Wucherungen in Milz, Darm, Lunge, Leber und Keimdrüse nachweisen.


Okulare Form – Sehnervbeschädigung

Bei der okularen Form der Krankheit ist insbesondere der Sehnerv auf. Sie tritt vorwiegend bei Tieren erwachsenen Tieren auf. Bei dieser Form verfärbt sich die Iris. Hin und wieder kann es zu einer kompletten Erblindung der Hühnertiere kommen, tödlich endet die okulare Form jedoch nur sehr selten. Umso wichtiger ist es, den Bestand gründlich zu untersuchen, sobald einzelne Tiere Erblindungserscheinungen aufweisen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich das Marek-Virus nicht innerhalb der Herde ungewollt ausbreitet.


Der Krankheit vorbeugen

Gegen das Marek Virus gibt es keinerlei Therapie. Dies bedeutet, dass alles auf die Prävention ankommt.Hühnerkrankheiten Veterinärhygienische Maßnahmen sind hier von elementarer Bedeutung. Da in der Vergangenheit unglaublich vielen Beständen die Krankheit das Leben gekostet hat, wurde ein Impfstoff entwickelt.

Um den Ausbruch der Krankheit bei großen Zuchtbeständen vorzubeugen, ist es ratsam, die Küken am ersten Tag ihres Lebens zu impfen. Hier kann man zwischen fünf Impfstoffen wählen. Zum Einsatz kommt die Impfung in der Regel jedoch nur bei künftigen Zuchthennen und Legehennen. Verabreicht wird der Impfstoff im Nacken oder in der Schenkelmuskulatur. Nach maximal zwei Wochen kann die Impfung wiederholt werden. Im Anschluss an die Impfung ist es ratsam, die geimpften Tiere für etwa drei Wochen von den anderen Tieren zu trennen. Dies sollte deshalb geschehen, weil auch das Impfvirus eine ansteckende Wirkung haben kann und ältere Tiere, die nicht geimpft wurden, sich anstecken können. Selbstverständlich ist auch der Stallhygiene extreme Aufmerksamkeit zu widmen. Hier ist die Verschleppungsmöglichkeit durch lebende Überträger, wie Schadnager, aber auch durch virusbefallene Hautzellen oder Staub an Arbeitsgeräten.

Hat sich die Mareksche Krankheit bei einem einzelnen Tier des Bestandes gezeigt, ist der gesamte Bestand als infiziert zu betrachten. Es ist auch nicht ratsam, diejenigen Tiere, die die Krankheit eventuell lebend überstehen würden, am Leben zu lassen. Der gesamte Bestand ist zu eliminieren. Die Tiere tragen in ihren Körpern den Erreger weiter und verbreiten ihn an die nachfolgenden Hühner. Lediglich das Brachliegen der betroffenen Stallung ermöglicht das Ausmerzen der Marekschen Krankheit. Das Brachliegen muss allerdings über mehrere Jahre erfolgen. Die einzige Möglichkeit die nachfolgenden Generationen vor der Marek-Krankheit zu bewahren ist in der Regel nur die Impfung aller folgenden Kükengenerationen.

Seit einigen Jahren gibt es Versuche Hühner zu züchten, die sich der Marekschen Krankheit gegenüber resistent zeigen. Insbesondere asiatische Rassen zeichnen sich durch ein bemerkenswert starkes Immunsystem aus. Dies liegt in erster Linie daran, dass diese nicht überzüchtet sind.


Inkubationszeit der Marekschen Krankheit

Die Inkubationszeit der Marekschen Krankheit ist als ungewöhnlich zu bezeichnen. Meistens merken Besitzer eines infizierten Tieres dessen Erkrankung zu spät, da die Inkubationszeit zwischen zwei Monaten bis hin zu einem halben Jahr beträgt. Dieser große Zeitraum ist leider ideal für die Verbreitung der Krankheit innerhalb des Bestandes. Eine Epidemie ist meist nicht zu verhindern. Jeder Züchter sollte seine Tiere im Auge behalten. Beim geringsten Anzeichen der Marekschen Krankheit ist die Konsultation eines Tierarztes angeraten.