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Die richtige Bruttemperatur und andere Parameter für die Kunstbrut

Umgebungsfaktoren beachten

Zu den wichtigsten Faktoren innerhalb des Brutschranks zählen die Bruttemperatur, Luftfeuchtigkeit und das tägliche Wenden der Eier. Die Sauerstoffversorgung muss auch gewährleistet sein, ebenso wie regelmäßige Kontrollen anhand von Durchleuchtungen

Eine Vielzahl von konventionellen Landwirten greifen mittlerweile auf die künstliche Brütung von Hühnereiern zurück. Diese dauert in der Regel 21 Tage, wobei in den letzten drei Tagen die Küken schlüpfen. Dabei müssen die Parameter für die Umstände exakt denen entsprechen, die bei einem natürlichen Brutvorgang einer Henne vorliegen. Neben Faktoren wie der Spermaqualität des Hahns oder der generellen Vererbungsfaktoren, ist auch die Lagerung der Eier maßgeblich für eine erfolgreiche Kunstbrut verantwortlich.


Genauigkeit der Temperatur ist entscheidend

Bruttemperatur

Der wahrscheinlich wichtigste Faktor ist die Bruttemperatur der Hühner. Hierbei gibt es auch Unterschiede hinsichtlich der genauen Temperaturangabe, was meist auf die Große oder besondere Beschaffenheit der Eier zurückzuführen ist. Eine konstante Bruttemperatur von 38 °C ist jedoch der Maßstab für die meisten Bruteier. Hierbei soll man die Bruttemperatur in Höhe der Eioberkante messen da auch die Bruthenne bei einer natürlichen Brut dort am meisten verweilt.

Geringe Abweichungen der Bruttemperatur von 0,25 °C nach oben oder unten können die Hühnereier durchaus verkraften, als Richtwert soll man jedoch 38 °C anpeilen um ein mögliches Absterben der Embryos zu verhindern.

Um die Bruttemperatur für Hühner sehr nah an der einer natürlichen Brut halten zu können, wird oft empfohlen die Eier für 15 bis 20 Minuten aus dem Brutapparat zu entnehmen, da durch Beobachtungen auch die Henne das Gelege während der Brut verlässt. Der erhöhte Arbeitsaufwand sorgt jedoch dafür, dass dieses Vorgehen in der Praxis so gut wie nie praktiziert wird.

Weiterhin darf die Bruttemperatur niemals unter 36,5 °C liegen, und auch unter keinen Umständen 39,4 °C überschreiten.


Die richtige Gewöhnung an die Bruttemperatur des Inkubators

Die zu brütenden Eier dürfen maximal fünf Tage alt sein und müssen nach dem wechselhaften Klima des Transports erst einmal langsam an die gewünschte Bruttemperatur herangeführt werden. Bei einem Defekt des Brutgeräts muss man die Eier dreimal pro Tag drehen und bei einer hohen Luftfeuchtigkeit von 65-75 % lagern. Es müssen kühle Temperaturen von 10°C herrschen, um ein ungewolltes Entwickeln der Eier zu verhindern.

Wenn die Brütung dann beginnen soll, muss die Bruttemperatur innerhalb des Kastens oder der Maschine schon auf etwa 38 °C liegen. Die Küken sollte man vorher aber für einige Zeit bei Zimmertemperatur lagern, damit der Übergang nicht so drastisch ist.


Das Einstellen der Brutmaschine

Der beste Stellplatz um eine konstante Bruttemperatur der Hühner halten zu können, ist auf einer festenKunstbrut Unterlage bei 21-24 °C. Dabei darf man den Brutapparat jedoch nicht in Fensternähe platzieren, da durch die direkte Sonneneinstrahlung die Temperatur übermäßig schnell nach oben gehen kann, was zu einem Absterben der Embryos führt.

Vor Beginn des Brütvorgangs sollte die Brutmaschine auf ihre Funktionstüchtigkeit untersucht werden und die Bruttemperatur zwischen 37 °C und 39 °C liegen. Das eingefüllte Wasser für den Erhalt der Luftfeuchtigkeit sollte ebenfalls in diesem Bereich liegen. Erst dann können die Eier hineingelegt werden.

Der Effekt dieser Brutmaschine kann man auch mit einem Thermostat und einer Glühbirne erreichen. Hier liegen jedoch oft Ungenauigkeiten bei der Bruttemperatur vor, da entweder der Brutkasten nicht optimal gebaut ist oder die Glühlampe nur einen gewissen Bereich ausreichend erwärmt. Deshalb ist die Anschaffung einer Brutmaschine empfehlenswert, um Ungenauigkeiten ausmerzen zu können.


Luftfeuchtigkeit ist nicht zu vernachlässigen

Nicht nur die Bruttemperatur der Hühner ist für den Erfolg verantwortlich, auch die richtige Luftfeuchtigkeit trägt ihren Teil dazu bei. Ist diese zu gering entwickelt sich der Keim nicht richtig und beim Schlupf kann das Küken im Ei stecken bleiben. Ist die Luftfeuchtigkeit dagegen zu hoch ist ein regelrechtes Ertrinken des Kükens die Folge. Hierbei kommt ein Hygrometer zum Einsatz, welches durch regelmäßige Wartungen und Kontrollen seine Genauigkeit behält.

Während der Vorhut bis zum 18. Tag sollte die Luftfeuchtigkeit etwa 55 – 65 % betragen. Die Bruttemperatur sollte hierbei auch am 18. Tag noch konstant bei 38 °C liegen. In den letzten Tagen während des Schlüpfens der Küken, muss diese auf etwa 70 % erhöht werden, um den Küken ein problemloses Durchdringen der Eihaut zu gewährleisten. Hier wird die Bruttemperatur um etwa 0,2 °C gesenkt, da die Küken im Ei von sich aus eine gewisse Eigenwärme produzieren.


Die richtige Sauerstoffversorgung

Natürlich bedarf es während Kunstbrut auch Sauerstoff für ein erfolgreiches Schlüpfen. Neben der TemperaturBruttemperatur oder der Luftfeuchtigkeit muss auch diese Regulierung sehr nah an den realen Gegebenheiten einer natürlichen Brut liegen. Bei einer unzureichenden Sauerstoffversorgung stirbt der Keim ab. Dies kann auch durch eine übermäßig hohe Bruttemperatur geschehen.

Hierbei spielt auch das Zusammenspiel zwischen Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffversorgung eine Rolle, da bei einer Frischluftversorgung der Deckel geöffnet werden muss, wodurch sich die Luftfeuchtigkeit rasant verändert. Um diese Schwankungen nicht regulieren zu müssen, ist der Einsatz von wiederverschließbaren Lüftungslöchern sinnvoll. Die Bruttemperatur wird dadurch viel weniger beeinflusst und auch die Luftfeuchtigkeit kann sich schneller regulieren lassen.

Bei Brutmaschinen findet die Luftversorgung oft automatisch anhand von Luftschlitzen statt, die bei höheren Außentemperaturen weiter geöffnet werden können. Ist genug Sauerstoff vorhanden werden diese Schlitze wieder weiter geschlossen.


Regelmäßiges Wenden

Bei einer natürlichen Brut kümmert sich die Henne um das regelmäßige Wenden ihres Geleges, bei der Kunstbrut ist diese Aufgabe den Menschen selbst überlassen. Bei halb- oder vollautomatischen Brutmaschinen ist jedoch auch das Wenden mit inbegriffen.

Um eine natürliche Entwicklung der Brut gewährleisten zu können, sollten die Eier drei bis viermal pro Tag gewendet werden. Das geschieht jedoch nur bis zum 18. Tag, da im Anschluss die Schlupfphase beginnt.

Wenn man die Brut nicht regelmäßig wendet können sich die Küken zwar entwickeln, kleben jedoch an der Eihülle fest und sterben nach kurzer Zeit ab.

Bei einem Brutkasten soll man immer auf die Nachregulierung der Bruttemperatur achten, da durch das Öffnen der Tür viel Wärme verloren geht. Deshalb sollte das Wenden auch recht zügig vonstatten gehen, um diese Schwankungen der Bruttemperatur der Hühner gering zu halten.


Schieren zur Beobachtung

Während des Durchleuchtens der Eier, auch schieren genannt, lassen sich faule, unbefruchtet oder abgestorbene Eier ausfindig machen. Das erste Schieren sollte am 7. Tag nach dem Einlegen stattfinden. Die befruchteten Eier kann man deutlich am Keim und kleinen Äderchen ausmachen. Das zweite Schieren der Eier findet am 14. Tag statt, wobei hier schon eine deutliche Entwicklung der Küken zu sehen ist. Ist die Bruttemperatur zu hoch, sind die Küken bereits zu weit entwickelt oder gar abgestorben. Auch hier ist es wichtig, die Brutmaschine während des Schiervorgangs geschlossen zu halten um eine konstante Bruttemperatur einhalten zu können.


Der große Moment: die Brut schlüpft

BrutNach Einhalten dieser Faktoren und besonders der Bruttemperatur findet der Schlupfprozess der Küken statt. Hierbei werden diese in eine sogenannte Schlupfhorde oder einen Drahtrost umgelegt, um genügend sicheren Platz für den Schlupf zu schaffen.

Hierbei spielen wieder einmal die Bruttemperatur und die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle, da diese konstant gehalten werden müssen, um den Küken ein Durchbrechen der Eischale zu ermöglichen. Das Brutgerät darf auf keinen Fall geöffnet werden, da sonst das Schlupfklima zusammenfällt.

Das Klima während der Aufzucht sollte zugfrei und in den ersten Tagen der Bruttemperatur der Hühner angeglichen sein.

Während der ersten Lebenswoche sollte die Temperatur dann jedoch nur zwischen 35 °C und 36 °C liegen, in der zweiten Woche kann diese Temperatur um ein bis zwei Grad gesenkt werden.


Abstimmung der Parameter

Für eine erfolgreiche Brut ist also nicht die Bruttemperatur ausschlaggebend, auch viele andere Faktoren spielen eine Rolle. Diese müssen untereinander gut abgestimmt sein und richten sich oft nach Erfahrungswerten von sehr erfolgreichen Kunstzüchtungen. In dem Fall soll man die Bruttemperatur der Hühner immer überwachen, auch bei vollautomatischen Brutmaschinen.